Katarakt (Grauer Star)

Der graue Star ist eine altersbedingte Trübung der Augenlinse. Die Augenlinse liegt hinter der Pupille und hilft das einfallende Licht so zu fokussieren, dass ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht. Normalerweise ist sie im jugendlichen Alter klar. Erste Trübungen, die meist noch nicht stören, treten schon im mittleren Lebensalter auf. Wenn diese zunehmende Trübung die Sicht einschränkt, spricht man von einem grauen Star (Katarakt). Im hohen Alter ist ein grauer Star normal. Er kann vorzeitig auftreten, z.B. erblich bedingt, nach Augenverletzung, nach jahrelanger Cortisonbehandlung oder bei Rauchern.

Die ersten Beschwerden beim grauen Star können sein: fortschreitende Sehverschlechterung, Nebelsehen, Blendung (auch nachts beim Autofahren) oder häufiger Brillenwechsel. In der Regel nehmen diese Beschwerden langsam zu. Es gibt keine Medikamente, welche nachweislich gegen den grauen Star wirken. Wenn die Linsentrübung stört, lässt sich in frühen Stadien manchmal vorübergehend die Brille verbessern, aber definitiv lösen kann man das Problem nur mit einer Operation des grauen Stars, also der Entfernung der störenden Trübung.

Die Staroperation ist grundsätzlich ein Wahleingriff, d.h. Sie entscheiden, ob Sie im Alltag noch genug sehen oder nicht. Ausnahme: zum Lenken eines Fahrzeugs gibt es gesetzliche Bestimmungen. Selten gibt es medizinische Gründe für eine Staroperation, trotz relativ gut erhaltener Sehschärfe, z.B. wenn der Augendruck ansteigt als Folge der zunehmenden Verdickung der Linse.

Bei der Staroperation wird die trübe Augenlinse nach Anbringen von kleinen Schnitten am Hornhautrand entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. In der Regel wird die Linse mittels der Technik der sogenannten Phakoemulsifikation entfernt. Dabei wird der Linsenkern mit einer durch Ultraschall angeregten Kanüle zerkleinert und die Trümmer mit einer Saug-Spül-Vorrichtung abgesaugt.

Der Eingriff gilt heute als sehr sicher. Die Prognose ist sehr gut, wenn keine anderen Augenkrankheiten bestehen, welche die Sicht zusätzlich einschränken. Die Häufigkeit vorübergehender, beherrschbarer Komplikationen liegt im tiefen einstelligen Prozentbereich, die Häufigkeit einer bleibenden Sehverschlechterung im tiefen Promillebereich.

Monate bis Jahrzehnte nach dem Eingriff kann sich durch Vermehrung von verbliebenen Linsenepithelzellen eine Membran hinter der Kunstlinse bilden, der sogenannte Nachstar. Betroffene bemerken dabei wieder eine Sehverschlechterung sowie leichte Blendung. Der Nachstar kann mittels Laserbehandlung, der sogenannten YAG-Laser Kapsulotomie, behoben werden. Dieser Eingriff kann ambulant und schmerzfrei durchgeführt werden.

Orientierungshilfe zum Thema Staroperation und Kunstlinsen finden Sie hier.