Häufig gestellte Fragen zu Sehschwächen bei Kindern und Jugendlichen (FAQ)

Weshalb ist es wichtig, Sehschwächen bei Kindern möglichst früh festzustellen und zu behandeln?

Es ist von grosser Bedeutung, Sehschwächen bei Kindern so früh wie möglich festzustellen, um so schnell eine passende Therapie einzuleiten. Denn manche Sehschwächen können bei einer späten Diagnose zu einem dauerhaften Sehverlust führen, etwa durch eine Amblyopie (Schwachsichtigkeit). Dieser permanente Sehverlust kann wiederum einen negativen Einfluss auf die Kindheit und später das Erwachsenenleben haben.

Worauf sollte geachtet werden, um eine Sehschwäche frühzeitig zu erkennen?

Gesunde Neugeborene können anderen Personen bereits nach wenigen Wochen in die Augen schauen. Ist dieser Augenkontakt nicht möglich, ist eine Untersuchung bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt empfehlenswert. Dasselbe gilt, wenn im ersten Lebenshalbjahr ein Augenzittern (Nystagmus) auftritt oder wenn Kinder Mühe haben bei Aktivitäten in der Nähe (z.B. Lesen, Spielen mit Bauklötzen) respektive in der Ferne (z.B. Fernsehschauen).

Zur Prävention von Sehschwächen bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, die regelmässigen Entwicklungskontrollen bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt, bei denen auch die Augen untersucht werden, wahrzunehmen. Bei Auffälligkeiten werden Kinder an eine Augenärztin oder einen Augenarzt überwiesen, die oder der Kinder behandelt. 

Wie kann ich zu Hause feststellen, ob mein Kind eventuell an einer Sehschwäche leidet?

Die Schweizerische Ophthalmologische Gesellschaft (SOG) bietet zwei Sehtests für Kinder verschiedenen Alters an, die für eine erste Einschätzung des Sehvermögens zu Hause durchgeführt werden können. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall die Kinderärztin, den Kinderarzt oder suchen Sie eine Augenärztin, einen Augenarzt auf, die oder der Kinder behandelt. Dasselbe gilt, wenn das Auge des Kindes irgendwelche Auffälligkeiten aufweist, wie zum Beispiel eine wässerige Rötung.

Achtung: Keiner der hier angebotenen Sehtests ersetzt die Untersuchung der Augen durch die Kinderärztin, den Kinderarzt oder die Augenärztin, den Augenarzt. 
 

Ich vermute, dass mein Kind eine Sehschwäche hat. Wie gehe ich am besten vor?

Kontaktieren Sie die Kinderärztin, den Kinderarzt oder suchen Sie eine Augenärztin, einen Augenarzt auf, die oder der Kinder behandelt.
 

Was kann ich tun, damit die Behandlung einer Sehschwäche möglichst erfolgreich ist?

Damit die Behandlung der Sehschwäche möglichst effektiv ist, ist es wichtig, den Anweisungen der Augenärztin oder des Augenarztes zu folgen.

 

Wie wird festgestellt, ob mein Kind an einer Sehschwäche leidet?

Das kommt darauf an, welche Sehschwäche vermutet wird. Kinderärztinnen und Kinderärzte verfügen grundsätzlich über Checklisten, die vorgeben, worauf in welchem Alter bei der Entwicklung der Augen zu achten ist. Ausserdem besitzen gewisse Kinderärztinnen und Kinderärzte einen sogenannten Autorefraktometer, mit dem die Brechkraft beider Augen bestimmt werden kann. Dadurch werden schon früh Fehlsichtigkeiten erfasst, lange bevor aufgrund des Verhaltens oder aufgrund von Defiziten der Kinder Sehstörungen vermutet werden. Zusätzlich werden bei Kindern im Schulalter regelmässige Augenkontrollen durch Schulärztinnen und Schulärzte durchgeführt.

Bei irgendwelchen Auffälligkeiten werden Kinder an eine Augenärztin oder einen Augenarzt überwiesen, die oder der Kinder behandelt und weitere Tests durchführt.

Wie werden Sehschwächen bei Kindern behandelt?

Die Behandlung hängt von der Art und dem Schweregrad der Sehschwäche ab. Sehschwächen wie eine Myopie (Kurzsichtigkeit), eine Hyperopie (Weitsichtigkeit) und ein Astigmatismus (Hornhautverkrümmung), werden bei Kindern in der Regel mittels Brille korrigiert. 

Bei einer Amblyopie besteht die Behandlung darin, das «bessere» Auge abzudecken, um das «schwächere» Auge bis zu einem Alter von ca. zehn Jahren zu trainieren. Um bestmögliche Resultate zu erzielen, muss möglichst früh mit dieser Behandlung begonnen werden. 

Liegt ein Strabismus (Schielen) vor, kann eine Brille die Situation teilweise oder vollständig stabilisieren. Wenn nötig, kann eine Schieloperation durchgeführt werden. Danach sind die Augen zwar neu ausgerichtet, die Dominanz eines Auges bleibt aber bestehen. Deshalb wird die Sehschärfe beider Augen auch nach der Schieloperation weiterhin regelmässig untersucht und das «bessere» Auge bei Bedarf abgedeckt, um es bis zu einem Alter von ca. zehn Jahren zu trainieren. Bis zu diesem Alter kann dank der Plastizität des Gehirns das Sehzentrum geschult werden. Wird die Therapie jedoch erst danach eingeleitet oder nicht konsequent fortgeführt, so besteht ein erhöhtes Risiko für eine Amblyopie (Schwachsichtigkeit), die einen bleibenden Sehverlust darstellt.

Sehschwächen können bei Kindern auch die Folge einer angeborenen oder erworbenen Fehlbildung oder Krankheit sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, die regelmässigen Entwicklungskontrollen bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt, bei denen auch die Augen untersucht werden, wahrzunehmen. Suchen Sie im Zweifelsfall eine Augenärztin, einen Augenarzt auf, die oder der Kinder behandelt.

Wie kann die Augengesundheit von Kindern grundsätzlich gefördert werden?

Bei einer Myopie sollten Tätigkeiten in der Nähe zur Förderung der Augengesundheit reduziert und Aufenthalte im Freien erhöht werden. 

Zum Schutz der Augen ist darauf zu achten, dass Kinder bei Sonnenschein eine Kappe tragen. Bei erhöhter Reflexion der Sonnenstrahlen, etwa in den Bergen, am Strand oder im Freibad, ist eine Sonnenbrille empfehlenswert.

Worauf ist bei Kinderbrillen zu achten?

Es ist empfehlenswert, ein Optikerfachgeschäft aufzusuchen, das viel Erfahrung mit Kindern hat und über die nötige Auswahl an Gestellen für Kinderbrillen verfügt. Da Kinder sich häufig nicht dazu äussern, weshalb sie ihre Brille nicht tragen wollen, ist sorgfältig darauf zu achten, dass die Korrektur der Brillengläser stimmt und die Brille weder auf der Nase noch hinter den Ohren drückt. Wenn rote Druckstellen zu sehen sind, muss die Brille im Optikerfachgeschäft unbedingt neu angepasst werden. Die Wimpern sollten die Gläser nicht von innen streifen, denn dies ist nicht nur unangenehm, sondern sorgt auch für eine schnellere Verschmutzung der Brillengläser.

Die Augen sollten sich in der Mitte des Rahmens befinden, damit Kinder optimal sehen und in alle Richtungen schauen können, ohne in den Rahmen des Gestells oder gar über den Rahmen hinaus zu blicken. Das Gestell sollte seitlich nicht zu weit über die Schläfe hinausgehen, da das Glas ganz aussen sowieso nicht benutzt wird.

Bei Kindern wird immer Kunststoffglas verwendet, um die Verletzungsgefahr zu minimieren, denn Mineralglas zerbricht in scharfkantige Scherben.