Trockenes Auge – Therapie und Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung des trockenen Auges richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem sogenannten Subtyp: Beim evaporativen Subtyp wird die Tränenflüssigkeit zu stark verdunstet, während beim hyposekretorischen Subtyp zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird.

In der Praxis wird bei der Behandlung häufig stufenweise vorgegangen.

Stufe 1 – Basismassnahmen

  • Künstliche Tränen (tränenergänzende Therapie) je nach Bedarf: ohne / mit Lipiden, Hyaluronsäure, ohne Konservierungsmittel
  • Lidrandpflege / Wärmebehandlung: z. B. warme Kompressen / kommerzielle Wärmemasken bis Wärmetherapie, Lidmassage
  • Umgebungsoptimierung: Luftbefeuchter, Bildschirmarbeitsplatz, Lidschlagtraining, Brillenoptimierung
  • Reduktion von Triggern: z. B. Antihistaminika, Konservierungsmittel, Klimaanlage

Stufe 2 – Massnahmen bei unzureichendem Ansprechen

  • Lokale, sogenannte topische Entzündungshemmung
  • Omega-3-Fettsäuren oral
  • Antibiotische Therapie bei Meibomdrüsenproblemen
  • Punctum Plugs (Tränenpünktchen Verschluss, vorübergehend) bei zu wenig Tränenflüssigkeit

Stufe 3 – Behandlung bei fortgeschrittenen Formen

  • Autologes Serum (Eigenserumtropfen), vor allem bei schwerer Hornhautbeteiligung
  • Biologische Medikamente
  • Lidchirurgie (z. B. bei Abfallen des Augenlides oder Verschluss der abführenden Tränenwege in die Nase)

Stufe 4 – Behandlung bei Refraktärfällen

  • Systemische Immunsuppression (z. B. bei autoimmuner Ursache)
  • Spezialkontaktlinsen (Sklerallinsen)
  • Tarsorrhaphie oder andere chirurgische Optionen